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Die Nachricht in den Zeitungen, dass die Erbin eines bekannten Versandhandels einige Milliarden Euro durch die Wirtschaftskrise verloren hat und nun bei Discountern einkaufen muss, hat mich stark getroffen und traurig gemacht. Ich kann ihr Leid nachvollziehen, denn auch ich habe von meinem nie dagewesenem Reichtum nicht viel übrig behalten. Ich muss tatsächlich arbeiten. Acht Stunden am Tag und manchmal ein bisschen mehr.

Es muss schon ein hartes Brot sein mitanzusehen, Milliarden zu verlieren und nur noch ein paar schlappe Milliönchen übrig zu behalten. Man könnte aber auch fragen, wie man so doof sein kann, soviel Geld zu verlieren? Und das fasziniert mich am meisten an der ganzen Sache: Wie schafft man es, so viel Geld in den Sand zu setzen? Ich stelle mir das in meinem Kleingeist – die anderen sind ja Männer von Welt und hochintellektuell, sonst würden sie ja nicht so viel Geld bekommen – so vor: Die spielen Monopoly. Aber bezahlen wohl die Plastikhäuschen und Hotels sowie die Mieten mit echtem Geld. Mehr Wert hatten die Immobilien in den USA bekanntlich nicht. Und wenn die so spielen wie ich, dann geht viel verloren, und ich finde mich dann im Gefängnis wieder (aber ohne über Los zu gehen). Der Gag dabei ist: Die Banker gehen immer über Los und kassieren regelmäßig ihre Bonuszahlungen (allerdings mit wesentlich mehr Nullen als im Spiel), egal ob sie in den Knast gehören oder nicht. Da haben die offenbar die Spielregeln abgewandelt.

So scheint es. Ein Bundespolitiker hat gesagt, er sei genau so qualifiziert wie die Banker, er könne genau so viel Geld in den Sand setzen. Ich gebe es zu: Ich hätte Schwierigkeiten, ich wüsste wirklich nicht, wie ich – sagen wir – 2,9 HSH-Nordbank-Bonus-Millionen Euro ausgeben könnte. Würde ich es, würde ich über meine Verhältnisse leben. Und das, sagen bekanntlich viele Politiker über die angeblichen Sozialschmarotzer, sollen wir ja nicht.

Berthold ist silberblond. So heißt das wohl heute. Er fällt damit auf. Und er fährt Zug. An einem Bahnhof in Unterfranken steigt er ein, setzt sich in Wagen Nr. 7, Richtung Norden. So weit so gut, so weit auch nichts Ungewöhnliches.

Ungewöhnlich ist auch nicht sein Hang zum Telefonieren, auch wenn ich Telefonierer im Zug irgendwann nervig finde. Und nervig war Berthold, denn direkt nach der Abfahrt ging es los: ellenlange Gespräche mit hunderten von Freunden und Bekannten - und das in einer Lautstärke, die den ganzen Wagen unterhielt. Nicht, weil Berthold so laut spricht, sondern weil sein Stimme eine Tonlage hat, die einfach nicht zu überhören ist. Evas Beziehungsprobleme bilden der Kern des ersten Telefonats. Übrigens nicht mit Eva, sondern mit irgendjemand anderem. Endless Wire! Endlos weiter Schrott folgt.

Wer schon mal von Unterfranken auf direktem Weg nach Norden gefahren ist, weiß, dass es auf dem Weg massig Tunnels gibt. Üblicherweise geht dann irgendwann die Verbindung flöten. Doch nicht bei Berthold. Die Leitung hält. Hat er einen Verstärker bei sich? Ein neues Superhandy? Eine Superantenne? Sie hält und hält und hält, und Berthold quatscht und quatscht und faselt vor sich hin. Nach einer geschlagenen Stunde beendet er in Kassel das Gespräch. Erleichterung macht sich breit, denn Berthold kündigt an, a weng schlafen zu wollen.

Doch weit gefehlt: Eine Kursteilnehmerin – Berthold bildet sich wohl weiter, auch wenn ich persönlich glaube, dass es eine CallCenter-Fortbildung sein muss – ist das nächste, dieses Mal persönliche Quasselopfer. Und so bertholdet er weiter. Überwiegend über sich. In einer Tour. Die attraktive Gesprächspartnerin hört zu, ab und zu darf sie sogar mal was sagen.

Ab Göttingen dann wieder die alte Laier: Telefon. Erster Trend: Da Berthold in Hamburg umsteigen muss aber ggf. ein wenig Zeit noch hat, könnte man sich ja mit irgendwelchen Leuten treffen. Meine Vermutung: Keine hat Bock auf das Gequassel. Denn keiner sagt zu. Immer wieder wird er vertröstet auf die kommenden Wochen. Nun tut er mir echt leid. Warum will denn keiner, vielleicht wäre dann das Entblödungsgerede zuende. Doch so geht es in einer Tour weiter, bis er schließlich seine sieben Sachen zusammenpacken muss, da Umsteigen angesagt ist. Summa summarum: 3 Stunden und 20 Minuten dummes Rumgequatsche.

Berthold ist zwar ein Extremfalls, aber mit Sicherheit kein Einzelfall. Wieso glauben eigentlich manche Leute, sie müssten mit ihren blödsinnigen Themen einen ganzen Zug unterhalten? Mich interessiert es nicht, mit wem sie sich treffen wollen, wen sie nach 100 Jahren mal wieder getroffen haben, wie blöd der eine oder wie dumm die andere ist. Telefoniert doch zuhause!

In diesen Momenten sehne ich mich nach der handylosen Zeit zurück – mit allen Nachteilen, die das hätte. Doch meinen Ohren und meinem Kopf ginge es definitiv besser.

Es ist wirklich spannend zu sehen, wie ähnlich doch immer wieder alles abläuft. Zum dritten Mal in knapp vier Jahren wechselt bei uns in der Abteilung die Chefposition. Mit meiner Truppe bleibe ich davon weitgehend unberührt, da wir quasi eine Abteilung innerhalb der Abteilung sind und eh unser eigenes Ding durchziehen.

Schon beim ersten Wechsel, den ich miterleben durfte, fanden bei den Menschen der Abteilung, die nicht ganz so hohe Posten haben, Profilierungskämpfe statt. Da wurde um neue Positionen gerungen, Einfluss ausgebübt etc. Und komischer Weise gelang das auch immer. Kometenhafte Aufstiege waren zu sehen - na ja, so kometenhaft es auf diesen Positionen halt möglich ist.

Seit einiger Zeit ist es wieder so. Da der zukünftige Obersager bereits vor 8 Uhr im Büro ist, traten beide Menschen, um die es vorrangig geht, bereits vor 8 Uhr ihren Dienst an. Und beide Menschen blieben meist bis etwa 17/18 Uhr. Völlig sinnlos, da morgens vor 9.30 Uhr sowieso keine Doppelbesetzung im Büro nötig ist. Und abends auch nicht. Wann immer ich - meist nach 15 Uhr - das Büro der beiden Menschen betrat, konnte ich leicht erkennen, dass einer ein kleines Online-Spiel auf dem Monitor hatte.

Interessant ist auch, welche Aufgaben beide so an sich gezogen haben. Na klar wissen sie am besten in der Abteilung Bescheid, aber dass sie nun auch die Terminverteilung übernehmen, belustigt mich.

Das beste: Ich bin fast immer sehr früh im Büro, weil ich gerne eher gehe (so wie jetzt in der Ferienzeit, wenn das Arbeitspensum es gut zulässt), und da der neue Zukünftige - er ist bildet derzeit eine Art Doppelspitze mit dem noch amtierenden - derzeit Urlaub hat, kommen beide Personen neuerdings wieder nach mir. Gestern entdeckte ich sogar, dass sie früher gingen.

Wirklich sehr belustigend, das ganze Spiel erneut zu erleben...

Als ich vor knapp drei Jahren aus Niedersachsen nach Norddeutschland wechselte, spielten Karrieregründe eine völlig untergeordnete Rolle. Der Arbeitsplatzwechsel rettete vielmehr irgendwie mein Leben, denn die Verhältnisse in meiner alten Arbeit waren unzumutbar geworden, schädigten meine Gesundheit. In den Monaten zuvor hatte ich nämlich erfahren müssen, was Bossing bedeutet und wozu Inkompetenz von Führungskräften führen kann und was die Folgen sein können. Was alles passierte, will ich gar nicht groß erzählen, nur insofern, dass alle Kollegen und Kolleginnen gezwungen wurden, an den Aktionen gegen mich teilzunehmen. Nicht alle machten das ungerne, da auch bei Ihnen verschiedene Interessen dahintersteckten (eine Dame wollte beispielsweise ihren Gatten auf meine Position bringen * und ich hatte sie noch eingestellt! *), und als ich den Auflösungsvertrag unterschrieben hatte sagte ich zu einem der Trittbrettfahrer: „Du hast gegen den falschen gekämpft, denn dass Du noch hier sitzt, hast Du mir zu verdanken. Aber Du wirst der nächste sein“. Und zu einer Kollegin, die mir immer wieder beteuerte, wie unwohl sie sich bei den Aktionen gegen mich gefühlt habe, aber trotzdem mitmachte und nicht klärend eingriff (wenn wohl auch aus Angst), meinte ich nur: „Pass gut auf Dich auf, du kommst auch noch dran“. Es kam tatsächlich so, der erste Kollege ist weg, die Kollegin wurde durch die Versetzung der Leiterin gerettet, denn das Vorgehen gegen sie hatte bereits begonnen.
Warum ich das alles erzähle? Durch die Versetzung – besser gesagt Degradierung - der Person sind jetzt wieder einige Dinge zu Tage gekommen, dich mich ratlos dastehen lassen. Zwischen 2001 und 2004 war ich nebenbei geschäftsführender Gesellschafter einer Agentur in einer großen Nachbarstadt, also nicht am Ort! Ich verbot meinem Partner aber ausdrücklich, die Stadt und alle Unternehmen, an denen sie beteiligt ist, anzusprechen oder Geschäfte damit zu machen. Er hielt sich daran, denn ich wollte unbedingt vermeiden, dass in der Zeitung eine Geschichte stand, dass ich mich mit jeder zweiten Mark an der Stadt bereichere. Einmal forderte mich aber meine ehemalige Chefin – also diese Person, um die es geht - auf, meine Firma solle ein Angebot abgeben, was ich aber vehement ablehnte mit dem Hinweis, dass das eine unzulässige Verbindung sei. Nun hörte ich aber, dass die Dame nach meinem Weggang offenbar viele Lügen erzählt haben soll, was jetzt auch noch einmal auf den Tisch gekommen sei. Da es mir aber in Sachen Arbeit etc. nichts vorzuwerfen gab, schielte sie wohl auf die Schiene meiner Agentur. Mein vermuteter, bisher aber nur halb bestätigter Verdacht: Es habe eine unzulässige Verbindung gegeben bzw. ich habe der Firma durch meine Arbeit bei der Stadt Vorteile verschafft. Absoluter Unsinn, was jeder bezeugen kann. Ich versuche nun herauszufinden, was genau die Lügen waren, die in die Welt gesetzt wurden. Wie ich dann reagieren werde, weiß ich nicht.
Lustiger Weise lobte diese Dame mich nun kürzlich über den grünen Klee, was mich nun völlig sprachlos macht. Als ein Freund mit ihr neulich die Qualität vieler Texte ansprach, gab sie zu, dass ein Großteil der Inhalte noch von mir stamme bzw. redigiert worden sei. Es sei eine bewundernswerte Leistung meinerseits gewesen, sich gegen die Ämter durchzusetzen, wie ich das wohl geschafft habe? Ich sei ein wirklich sehr guter Redakteur. Er solle mir das bitte weitersagen, wenn wir wieder mal reden.
Ich gebe zu, ich hätte mit allem gerechnet, aber nicht damit. Mit meinem Freund habe ich darüber herzhaft gelacht, dennoch frage ich mich, was das soll? Sie glaubt doch nun nicht wirklich, dass sie mich als einen Verbündeten in ihrem Kampf gegen ihre Degradierung zurückgewinnen kann. Ich würde sie aber gerne mal anrufen und fragen, was dieser Umschwung solle. Chancen hätte sie übrigens nicht, denn ich empfinde für keinen Menschen auf dieser Welt weniger Wertschätzung. Dafür hat sie mir einfach zu sehr einen Teil meines Lebens zerstört.
Keine Ahnung, wie’s weitergeht. Keine Ahnung, ob ich weiter recherchieren soll, keine Ahnung, was eine Gewissheit und Kenntnis über ihre Verleugnungen (die gab's vorher schon, aber mehr auf persönlicher Ebene als auf dienstlicher) ihrerseits mir bringen soll. Sicher ist nur, dass die Ereignisse der vergangenen Tage alte, schmerzhafte Wunden wieder aufgerissen hat, die noch nicht einmal ganz vernarbt waren…

Um es vorwegzuschicken: Ich bin kein Fußfetischist, stehe nicht auf Nylon oder was auch immer, und die schönsten Füße überhaupt hat meine Panin. Das weiß nicht nur ich, das wissen auch andere, so zum Beispiel auch mancher Manfred aus dem Osten der Republik.
Jetzt, da das Wetter schöner ist oder vorübergehend mal war, wurde die Kleidung von Sie und Er wieder luftiger. Habe ich überhaupt nichts dagegen, ist manchmal ja durchaus ein netter Anblick. Dennoch möchte an dieser Stelle mal mein Unverständnis darüber ausdrücken, dass viele meinen, Badelatschen seien ein gut aussehendes oder erotisierendes oder was weiß ich auch immer kleidsames Fußschutzutensil – übrigens sowohl bei Er als auch bei Sie! Vielleicht sind sie bequem und luftig gerade bei heißem Wetter, aber ästhetisch gesehen ist das Tragen dieser potthässlichen Fußutensilien unter aller Kanone. In absolut scheußlichen Farben bzw. Farbkombinationen plastiken durch die Stadt. Plastiken deshalb, da das Laufgeräusch wirklich einzigartig scheußlich ist – kann ich gar nicht ausschreiben!
Mich erinnert das immer an meine Jugend, als man in der Badeanstalt oder auch mal zuhause mit diesen dünnen Gummitretern durch die Gegen lief. Keine Ahnung, woher ich die Abneigung habe, ob es sich lohnt, diese Abneigung gegen diese scheußlichen Treter tiefenpsychologisch erkunden zu lassen – bei meiner Abneigung Meerrettich gegenüber weiß ich das schon selbst, liegt daran, dass ich das früher essen musste, um an den leckeren Nachtisch heranzukommen -, aber sie ist halt da.
Vor kurzem habe ich dann eine tolle Kombination Badelatschen gesehen: erste Schicht rot, Mittelschicht orange, Unterschicht rot. Garniert wurde das ganze mit rot angemalten Fußnägeln. Die Steigerung wäre nur noch gewesen: rot angemalte Fußnägel mit bereits absplitternder Farbe.
Nee, nee, nee, da knutsche ich lieber die wundervollen, nicht angemalten, nicht verformten kleinen Füßlein meiner wundervollen Panin.
P.S.: Wer sich beleidigt fühlt, bitte nicht melden, ich meine das alles gar nicht so ernst

 

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